Unsere Tiere

Hühnerhaltung

Seit 2016 haben wir einen Mobilstall für 220 Hennen und 6 Hähne die das ganze Jahr bei uns auf den Weiden umher ziehen und sich wöchentlich an einem neuen Auslauf erfreuen. Sie gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung der Futtersuche mit Scharren und Picken nach. Nicht zu vergessen dem ausgiebigen Sandbaden im Sonnenschein. Das ist gut für die Hühner und schonender für unsere Flächen. Im Frühjahr 2018 sind 100 Hennen der Rasse „Domäne Gold“ und „Domäne Silber“ in den alten Feststall eingezogen. Das ist eine Zweinutzungsrasse, das heißt die Hennen legen ganz gut Eier und die Hähne legen in einem akzeptablen Zeitraum ordentlich an Gewicht zu. Das war schon mal der erster, kleiner Schritt weg von den sonst üblichen Legehybriden und der Abhängigkeit dreier weltweit agierenden Konzerne, auf die man angewiesen ist wenn man Legehennen, auch im Bio Bereich möchte.

Im Jahr 2019 kam ein neuer Mobilstall für Legehennen dazu. Das besondere er wurde komplett im Eigenleistung gebaut und besteht, wo es möglich war, aus ökologischen Baumaterialien. Eingezogen sind diesmal Zweinutzungshühner der Rasse „Coffee“ und „Cream“. Deren Brüder sind wiederum im alten Feststall eingezogen und wurden von uns nur mit hofeigenen Getreide, Molke und gedämpften Kartoffeln gefüttert. Nach einer Mastdauer von 16 bis 18 Wochen werden die Hähne geschlachtet und sind durch ihre anspruchslosere Fütterung eine echte alternative zu den Masthybriden die maximal 8 Wochen alt werden und teures, meist importiertes Hochleistungsfutter benötigen.

Die Zweinutzungshühner bekommen wir von Aufzüchtern die wiederum die Bruteier von der ÖTZ (ökologische Tierzucht gGmbH) bekommen. Die ÖTZ beschäftigt sich mit der züchterischen Entwicklung eines echten biologischen Zweinutzungshuhns.

Das beginnt bei der Befruchtung des Ei`s, welches natürlicher Befruchtung beginnt und nicht mit der sonst üblichen künstlicher Besamung. Es geht mit 100 Prozent biologischen Fütterung bei der Aufzucht weiter und das alle Hähne mit aufgezogen werden versteht sich dann ja von selbst.

Die In-Ovo-Selektion, Geschlechtsbestimmung im Ei, ist für den Demeterverband und unseren Hof auch keine Alternative, da sie das Töten der männlichen Küken ja nur vorverlagert und die Problematik nicht löst.

Wir werden ab 2020 nur noch Zweinutzungshühner aufstallen. Das heißt ab diesen Zeitpunkt gibt es auch immer hofeigene Hähne zusammen mit den Eiern und Suppenhühnern.

Die ehrliche Rechnung lautet. Bei einem wöchentlichen Eierkauf sollten Sie, Liebe Kunden auch mindestens einmal im Jahr ein Suppenhuhn und einen Brathahn kaufen, denn diese drei Bausteine gehören zusammen.

 

Weiter Informationen finden Sie unter www.Das-Oekohuhn.de und www.oekotierzucht.de


oder als Film unter: https://www.youtube.com/watch?v=-HxwK_vAZAE

 

 

Rinderhaltung

Auf unserem Hof leben rund 30 Kühe sowie ihre weiblichen Nachkommen. Es handelt sich um Zweinutzungsrinder der Rasse Rotbunte in Doppelnutzung. Dies ist eine robuste, langlebige und anpassungsfähige Rasse, die - wie der Name schon sagt - nicht rein auf Milchleistung getrimmt ist, sondern ein gesundes Gleichgewicht von Fleischansatz und Milchleistung anstrebt. Die Kühe unserer Herde geben jährlich etwa 6000 Liter Milch mit einem verhältnismäßig hohen Fettgehalt. Auf den Tag runtergerechnet entspricht das einer durchschnittlichen Milchmenge von 20 Litern pro Kuh. Jede der Mädels bringt pro Jahr ca. ein Kalb zur Welt. Zwei Monate vor der Geburt werden die Kühe trockengestellt, sie werden in dieser Zeit nicht gemolken und haben sozusagen Erholungsurlaub für Leib und Seele.

Frühjahr, Sommer und Herbst verbringen die Kühe auf unseren saftigen Weiden, von denen ihnen regelmäßig frische Portionen zugeteilt werden. Morgens und nachmittags werden sie zum Melken in den Stall geholt. Dort werden sie je nach Gesundheitsstatus, Leistungsstand und sozialen Vorlieben (Rangordnung) an ihre festen Plätze im Fressgitter einsortiert. Nun geht’s zum Melken. Die Kühe betreten den Melkstand zur üblichen Zeit, in der vertrauten Reihenfolge, im gewohnt langsamen Tempo. Jedes Euterviertel wird per Hand angemolken, die Zitzen werden gesäubert und so für das anstehende Melken vorbereitet. Da wir aus der Milch unserer Kühe nach traditionellem, handwerklichen Verfahren Rohmilchkäse herstellen, ist beim Melken hinsichtlich Sauberkeit und Ausführung besonders viel Sorgfalt und Fingerspitzengefühl gefordert. 

Im Winter werden die Kühe mit unserem hofeigenen Futter im Stall versorgt. Dort haben sie die Möglichkeit, über die Tränken jederzeit frisches Wasser aus unserem Brunnen aufzunehmen und haben genügend Platz, um sich zwischen den Futterzeiten frei zu bewegen, untereinander Kontakt aufzunehmen oder sich in die frisch mit Stroh eingestreute Liegefläche zu legen. Dort ruhen sie und käuen wieder, ihre Lieblingsbeschäftigungen neben dem Fressen. Zudem haben unsere Kühe immer Zugang zu einem befestigten Auslauf unter freiem Himmel, den sie gerne bei jedem Wetter aufsuchen. Man mag es kaum glauben und als Mensch ganz und gar nicht nachvollziehen können, doch unsere Mädels lieben leichten Regen bei 5-10 Grad. Bei solchem „Schietwetter“ tummeln sie sich gerne alle draußen im Auslauf und lassen sich berieseln.

Die Verantwortung für das Wohlergehen unserer Rinder tragen wir Stallbauern: Martin Dörschug mit Dennis, Laya und einem Lehrling. Für uns ist eine wesensgemäße Tierhaltung, ein würdevoller Umgang und eine entspannte Mensch-Tier-Beziehung wichtig. Unter anderem deshalb lassen wir den Kühen ihre Hörner, wählen sorgsam diejenigen Tiere aus, die als eigene weibliche Nachzucht die Zukunft unserer Herde bestimmen, befinden eine überschaubare Herdengröße von etwa 30 Tieren für genau richtig, nennen unsere Tiere beim Namen und nehmen uns Zeit für sie. All dies hat dazu beigetragen, dass sich eine vitale Herde entwickeln konnte, die sich bestens auf unsere Boden- und Futterverhältnisse eingestellt hat und zum Betrieb passt.

Diese Milchviehherde ist die Seele unseres biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betriebes. Denn die Wiederkäuer verwandeln unser eigens für sie angebautes Futter zu wertvoller Milch und Fleisch. Zudem spenden sie kostbaren Mist, der zu exakt auf den Betrieb abgestimmtem Dünger wird und die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig steigert sowie den Boden belebt. Nicht ohne Grund wird Kuhmist landläufig als „Gold des Bauern“ bezeichnet. Rudolf Steiner sagte in seinem landwirtschaftlichen Kurs „Eine Landwirtschaft ist gesund, wenn sie sich den Mist/Dünger durch ihren eigenen Tierbestand geben kann.“ Und das können wir.