Liebe Kunden,
liebe WurstliebhaberInnen,

obwohl die bio-dynamische Landwirtschaft ja auch eine spirituelle Seite hat, falle ich manchmal doch recht stark vom Glauben ab...

da schicke ich ein Schwein zum Metzger, gebe ihm noch gute Wünsche mit auf den Weg, kraule es noch ein letztes Mal hinter den Ohren, tätschle die Schinken, massiere ein letztes Mal das Kotelett... und dann kommt es in Silofolie gewickelt als Prinzessin-Lisa- und Trecker-Willi-Wurst eine Woche später zurück!

Die erste Reaktion war: „Das ist nicht unsere Wurst, das kann nicht sein, da liegt ein schwerer Irrtum vor!“

Die zweite Reaktion war dann: „HAuZ (schwäbisches Schimpfwort, abgekürzt – im Geheimen kann ich es Ihnen mal in voller Länge vorfluchen), das ist doch unsere Wurst, wer macht denn sowas!?“

Tja, „sowas machen“ tut der Metzger unseres Vertrauens, welches durch solche unabgesprochenen Aktionen leider immer mehr bröckelt.

Trotzdem schaffen wir es hier auf dem Hof nicht, die ganze Lisa- und Willi-Fleischwurst selber zu essen und möchten Sie motivieren, sich daran zu beteiligen mit dem Wissen, dass

wir die inneren Werte dieser Wurst schätzen;
wir das äußere Erscheinungsbild extrem häßlich finden;
es nach diesem Fehltritt diese Wurst im Glas (so wie die Leberwurst) geben wird.

Das nächste Schwein jedenfalls werde ich einmal testweise zu einem anderen Metzger bringen, vielleicht klappt da ja die Kommunikation besser!

Ich möchte Sie an dieser Stelle auch noch auf eine Schweine-Umfrage in unserem Hofladen hinweisen – sie gehört zu der Bachelorarbeit unserer ehemaligen Azubine Leonie, die sich mit neuen Schweinehaltungsmöglichkeiten für uns beschäftigt. Nehmen Sie bitte zahlreich teil!

So, das wars in aller Kürze, viel Spaß mit Lisa und Willi!

Ihr Schweinebauer
Philipp Hennig