Liebe Kunden,
letzte Woche habe ich Ihnen bereits berichtet, welche Probleme unser Rosenkohl infolge des heißen Sommers hatte.


Auch der Rotkohl kam mit den diesjährigen Bedingungen gar nicht zurecht. Wir konnten nur einen Bruchteil der geplanten Menge ernten und hoffen, dass es für die Weihnachtskiste für alle Kunden reicht. Die Situation ist allerdings nicht nur bei uns so, deutschlandweit sind vor allem Rotkohl und Wirsing in diesem Jahr nur sehr begrenzt verfügbar.
Die Kopfkohle (Rotkohl, Weißkohl, Wirsing) sind zeitweise so schnell gewachsen, dass viele Köpfe mit der Calciumversorgung ihrer jüngsten Blätter nicht nachkamen. Dieser sogenannte Innenbrand tritt bei besonders wüchsigen Wetterbedingungen auf. Durch die schnelle Massenzunahme wird das vorhandene Kalzium verdünnt, der Pflanze gelingt es aber nicht, genügend neues Kalzium aufzunehmen und bis in die jüngsten Blätter zu leiten. Die unterversorgten Blätter sterben ab, da die Zellwände zusammenbrechen. Beim Durchschneiden der Kohlköpfe zeigen sich dann braune Stellen, die abgestorbenen Blätter. Es handelt sich um eine rein physiologische Störung. Dennoch ist es bei der Verarbeitung sehr ärgerlich, das braune Blatt aus dem Innern „herauszufriemeln“. Leider ist dieses Problem von außen nicht erkennbar. Sollten Sie also einen Kohlkopf mit Innenbrand erwischen, melden Sie sich bitte. Sie bekommen Ersatz.
Dafür ist der Chinakohl so gut gediehen wie nie zuvor. Die Köpfe sind besonders groß geworden und die Ernte war so reichlich, dass wir Ihnen hoffentlich noch einige Wochen eigenen Chinakohl aus dem Lager anbieten können. Darüber freuen wir uns, sind doch regionale Salate jetzt Mangelware und der milde Chinakohl ganz wunderbar als Salatersatz einsetzbar.
Ich möchte Ihnen mit meinen Erzählungen von Schädlingen, Pilzbefall und physiologischen Störungen nicht den Appetit verderben, sondern Sie aufklären, warum manches Gemüse dieses Jahr vielleicht anders aussieht oder weniger verfügbar als sonst.

Mit herzlichen Grüßen,
für die Hofgemeinschaft
Jenni Ponsens