Liebe Kunden,
ein Blick über den Gartenzaun...

Daniel, ein Freund von mir, der einen Biolandhof mit Milchkühen im Hohenlohischen bewirtschaftet, ist eins von 6 Kindern, die alle hätten in des Vaters Fußstapfen treten können, aber schon als er 5 Jahre alt war, sagte sein Opa zu seinem Vater: "Da Bua mocht's donn." Das erfüllte ihn natürlich mit Stolz, lastete aber auch als Verantwortung schon früh auf seinen Schultern. Sein Vater war nicht Landwirt aus Leidenschaft, sondern hatte diese Aufgabe durch seine Erbschaft auferlegt bekommen. So blieb die Betriebsentwicklung auf der Strecke und der Hof wurde auf Kosten der Tiergesundheit und gesamten Leistungsfähigkeit mehr schlecht als recht über die Runden gebracht. Mit 17 fing Daniel an, den konventionell bewirtschafteten Hof auf Vordermann zu bringen, befreite Gebäude von über Jahre hinweg angehäuften Mist und änderte Strukturen, dass er überhaupt anfangen konnte sinnvoll zu abeiten. Schnell erholte sich der Hof von seinem maladen Zustand und seine Geschwister, obwohl sie ja nie auch nur ein Fünkchen Interesse gezeigt hatten, sahen in dem Hof eine Goldgrube, von der sie auch Ihren Teil abbekommen wollten. Also musste er sie ausbezahlen, seine Eltern bekamen vertraglich Wohnrecht auf Lebenszeit zugesichert und alles schien in trockenen Tüchern, doch der Milchpreis ging in den Keller und er sah keine andere Möglichkeit als den Hof mit einem Kompagnon in einen Großbetrieb mit 200 Kühen zu überführen, doch da spielte ihm das Schicksal seine jetzige Frau Veronika in die Hände und die entzündetet das Feuer für die Biolandwirtschaft in Daniel, sodass er den Betrieb umstellte einen neuen Kuhstall für 50 Tiere baute und sich Solarpanele auf das Dach setzte. Als letztes Projekt hat er begonnen mit einem Freund auf zugepachteten Flächen pfluglosen Ackerbau zu betreiben, einfach um es mal auszuprobieren. Sofern ich das als Laie beurteilen kann, sahen die ersten Versuche gar nicht so übel aus. Auch wenn der Hof bei weitem nicht die Vielfalt und innerbetrieblichen Kreisläufe und Wertschöpfung bietet wie Gut Rothenhausen, habe ich mich bei Besuchen auf dem Hof immer pudelwohl gefühlt und hatte den Eindruck, dass das Konzept rund ist und passt. Die ganze Familie lebt das Bauernleben wie man es aus 50er Jahr Heimatfilmen kennt nur eben modern. Daniel und Veronika müssen jeden Tag ran, können also praktisch keinen Urlaub machen und doch zweifeln sie nicht daran, ob das was sie da tun das Richtige ist.
So verschieden unsere Leben und Wirtschaftsweisen vielleicht sind, brennen wir doch für die gleiche Sache: das Leben!
Für die Hofgemeinschaft
Henning Jahn