Liebe Kunden,
Plastik, das Lieblingsmaterial des letzten Jahrhunderts-

was wurde nicht alles draus gemacht: Kleider, Verpackungen, Möbel, Windeln, Autoinventar und Spielzeug... die Liste ließe sich sicher noch zwei Seiten fortsetzen und wer ehrlich zu sich ist, wird warscheinlich erkennen, dass er in fast jedem der o.g. Bereiche wöchentlich auf Plastik zurückgreift. Jute statt Plastik funktioniert eben nicht immer. Stellen Sie sich vor, die Karrosserie des Trabbi wäre aus zusammengepressten cubanischen Kokosfasern statt Günststöff gebaut worden, stellen Sie sich vor, die Reifen unserer Autos wären aus echtem Kautschuk statt aus Gummi, stellen Sie sich vor Astronauten würden Anzüge aus Wolle statt aus Teflon tragen, stellen Sie sich vor die Tastatur mit der ich diesen Kundenbrief schreibe wäre aus Elfenbein statt aus Kunststoff, stellen Sie sich vor soganannte Entwicklungsländer wie Ruanda, die von Bürgerkriegen in die Knie gezwungen sind, richten sich auf und verbannen Plastik, stellen Sie sich vor China nimmt unsere gelben Säcke nicht mehr, stellen Sie sich vor 16-jährige entwickeln Verfahren, mit denen man den Kunststoff aus den Meeren sammeln kann, stellen Sie sich vor, unsere Salate werden in Papierbeutel verpackt... Das wäre verrückt, oder? Manches ist vorbei, manches ist nicht möglich, aber einiges ist möglich, einiges findet statt und man soll ja nie aufhören zu hoffen. Ich habe jetzt noch einen Karton mit Salathauben, wie Sie sie kennen, die unsere Salate vor Austrocknung schützen, aber wenn der alle ist, werde ich auf Papier umsteigen. Die Kunststoffkisten allerdings werde ich nicht so schnell mit etwas anderem ersetzen, sie sind allzu perfekt für den Zweck den sie bei uns erfüllen geeignet. Sie bewahren die Ware vor Stößen und lassen sich perfekt stapeln. Mit Holzkisten wäre das ganze vielleicht eleganter, aber bei weitem nicht so praktikabel. Außerdem wäre dann die Versuchung, etwas daraus zu bauen noch größer, als mit unseren Kisten. Zwar findet man sie in verschiedenster Verwendung auf Lübecks Straßen, aber Möbel kann man sich daraus nicht so leicht vorstellen, wie aus schicken Holzkisten. Tatsächlich halten die NAPF-Kisten wirklich lange bei unserer Art der Verwendung, daher habe ich eine Bitte: geben Sie die Kisten sauber und vor allem regelmäßig zurück, wir brauchen sie und es erleichtert den Fahrern die Arbeit, wenn sie nicht 10 leere Kisten auf ein mal im Auto unterbringen müssen. Ich bestelle etwa zwei bis drei mal im Jahr palettenweise Kisten, da sie immer weniger werden. Eine weitere Bitte geht auch um die Kisten: Zur Abholung wäre es toll, wenn in der Kiste nur das ist, was der Fahrer auch mitnimmt: Leergut, unsere (sauberen) Papiereinlagen, Tüten und Eierpappen zur erneuten Verwendung.
Oh Mann, das waren vielleicht viele konkrete Bitten nach dem Exkurs über Plastik, tut mir leid, aber manchmal muss es halt raus.
Für die Hofgemeinschaft
Henning Jahn