Liebe Kunden,
Jetzt geht es los, der Winter

hat sich entschlossen dieses Jahr Bayern zu verwöhnen mit allem was er so bieten kann. Vielleicht kommt ja auch noch das eine oder andere Flöckchen zu uns, aber wir hatten ja letztes Jahr schon richtig Winter insofern macht es vielleicht auch nicht so viel, wenn er sich dieses Jahr etwas zurückhält. Naja, ein richtiger Frost zum Feinkrümeln des Ackers und um die Weideflächen befahrbar zu machen, wäre sicher nicht verkehrt. Auch die Insektenpopulation wird ja durch die Strenge des Winters beeinflusst. Wobei das lange überbewertet wurde: man hat inzwischen herausgefunden, dass es fast egal ist, wieviele Insekten zu Beginn des Jahres bzw. wenn es mit dem Wachstum losgeht am Start sind. Viel entscheidender sind die Bedingungen während der ersten Wochen der Entwickung der Populationen. Blattläuse zum Beispiel können bei warmem trockenem Wetter, wie letzten Sommer eine derart hohe Vermehrungsrate erzielen (unter anderem vermehren sie sich auch ungeschlechtlich (Viviparie)und gebären lebend (Parthenokarpie)), dass auch nach einem sehr kalten Winter schnell so viele da sind (die Vermehrung erfolgt exponentiell), dass der Rosenkohl trotz Kulturschutznetz jetzt so aussieht, wie er aussieht. Um noch etwas weiter mit meinem Wissen zu prahlen: Die Blattlaus die sich hier im Kohl breit gemacht hat wird auf den ersten Blick und auch auf ihren Namen nicht als solche entlarvt; es ist die weiße Fliege, eine Gewächshausmottenschildlaus aus Mittelamerika, die hier in freier Wildbahn nicht überleben würde, zumindest wenn es Frost gibt. Womit sich der Kreis schließt. Doch anstatt mich damit zu begnügen nehme ich das Wetter auf um mal wieder was über mein Lieblingsthema zu schreiben: Obstbäume, Sie wissen ja (vielleicht) mein Steckenpferd. Gestern war ein wundervoll sonniger Tag und ich hatte starke Lust, mich mal wieder mit der Säge in die Apfelbäume zu begeben, um ihnen eine kecke Frühlingsfrisur zu verpassen, aber als ich die Wettervorschau für heute und morgen sah, habe ich mich umentschieden und ich muss sagen, das war gut so. Wahrscheinlich hätte mich der Orkan vom Ast geblasen und wenn nicht, wären durch den heutigen Regen Eintrittspforten für Pilze in die Bäume geschaffen worden, die ich gerade durch das Schneiden im Trockenen hätte verhindern wollen. Insofern bin ich froh, so entschieden zu haben und sehe gerade, dass es die nächsten Tage trocken bleiben soll. Vielleicht kann ich da ja klettern und sägen. Solange es nass ist könnte ich ja Insektenhotels bauen, die ich bei der Baumpflege reinhängen kann. Ach Mensch, was man für tolle Ideen kriegt, wenn man Kundenbriefe schreibt... Also ich muss dann mal... bis nächste Woche!
Für die Hofgemeinschaft
Henning Jahn