Liebe Kunden,
taugt Realität für gutes Kino?

fragt man sich, nachdem der X-te Dokumentarfilm über die Apokalypse gedreht wurde. Sie haben sie sicher auch gesehen: We feed the World, Let's make Money, Alphabet, Earthlings, Plastic Planet, Population Boom... Hier wird drastisch dargestellt, wie es mit der Erde bergab geht und dass wir nicht mehr viel Zeit haben zu reagieren. Vieles ist tatsächlich schrecklich, manches katastrophal, man könnte echt verzweifeln, aber damit ist niemand geholfen. Ist also was dran an der Frage? Nervt es irgendwann zu sehen, was alles schlecht läuft? Hm, vielleicht drückt ja auch das Gewissen, wenn man schon wieder fliegt, oder Plastikkram kauft oder der schöne 12Zylinder-Mustang 25l auf 100km verbraucht? Das könnte man alles versuchen zu vermeiden, wäre schon mal ein Anfang. Dann hadert der Hardliner aber vielleicht daran, dass er mit dem Auto in Urlaub fährt, Fleisch ißt und das Auto nicht elektrisch angetrieben ist. Und danach werden die Bahngleise immer noch mit Roundup frei gehalten, vegane Kost muss auch produziert und rangeschafft werden und Elektroautos haben auch einen ökologischen Fußabdruck...
Was kann man also tun? Klar, möglichst viel vom Gut Rothenhausen kaufen, ist schon mal ein Anfang. Sich beliefern zu lassen, anstatt mit dem Auto zu fahren ist ein Schritt. Aber wie können wir richtig als leuchtendes Vorbild voranschreiten? Eine Antwort auf diese Frage versuchen Cyril Dion und Mélanie Laurent in ihrem Film "Tomorrow- die Welt ist voller Lösungen" zu finden, der am 1.2. hier lief. Sie reisen durch die Welt und besuchen Projekte, bei denen auf verschiedenen Ebenen gezeigt wird, wie mit den Herausforderungen der modernen Zeiten umgehen kann. Regionale Währungen, Urbaner Gartenbau, Selbstverwaltung kleiner Gemeinden, Bildung im Sinne der Kinder, alternative Energien... Auf allen Ebenen spielen kleine Initiativen der Weltordnung Streiche, nicht indem sie sabotieren, sondern durch Boykott. Wenn keiner mehr bei Aldi und Co. kauft, gehen die pleite. Wenn wir kein Auto mehr fahren, brauchen wir keinen Sprit mehr. Wenn wir regional tauschen, brauchen wir keine Banken. Und bei all dem geht es nicht darum, wieder in Höhlen zu hocken und vergammelte Äpfel zu essen. Wir wollen alle Komfort und können ihn auch haben - ALLE! Auch die Leute, die grade auf irgendwelchen Schlepperkähnen auf dem Mittelmeer festgehalten werden und die in Jemen, Syrien und Venezuela Hunger und Grausamkeiten erleiden. Es ist genug für alle da, wenn der Kuchen fair verteilt wird. Also ran an den Speck: Treffen Sie die richigen Entscheidungen, auch wenn sie unpopulär sind. Stehen Sie dazu und machen Sie mit, wenn es Alternativen zum Mainstream gibt. Greta Thunberg macht es vor: wir müssen was tun, sonst haben unsere Kinder keine akzeptable Zukunft auf diesem Planeten.

Herzliche Grüße
Henning Jahn