Liebe Kunden,
es gibt so Tage...

zu Jahresbeginn, wenn die Sonne anfängt Kraft zu entfalten und Frühlingsgefühle aufkommen, spielen bekanntermaßen die Hormone verrückt. Das wirkt sich bei den meisten Tieren so aus, dass sie sich paaren wollen. Ganz anders sind da die Kühe. Sie wollen sich immer zur Brunst paaren und die ist einmal im Monat, das ganze Jahr. Ziemlich gleich nach der Geburt geht es schon wieder los mit den Frühlingsgefühlen. So eine brünstige Kuh im Stall bringt ganz schön Unruhe in die Herde. Das ist etwas anderes, wenn ein Bulle mitläuft: der sorgt schon dafür, dass die Liebestolle glücklich ist und nicht anzüglichen Trost bei Ihren Freundinnen sucht, wodurch diese auch in spezielle Stimmungen geraten. In der freien Wildbahn leben Rinder in Herden, die sich meist aus einem einzigen Männchen, zahlreichen Weibchen und dem dazugehörigen Nachwuchs zusammensetzen. Andere Männchen leben einzelgängerisch oder in Junggesellengruppen. Wie da die Frühlingsgefühle aussehen kann ich nur mutmaßen: warscheinlich gehen die auf Kneipentour und raufen auch nicht zu selten. Sie sind einfach nicht die Typen für einen gemütlichen Fernsehabend. Ich persönlich fände das als Kuh auch kuhler als so eine Couch-Potato. Nur kommen die Kühe nicht wirklich in Kontakt mit den Jungesellengruppen. Die bleiben schön bei Vattern. Der hat die größten Hörner. Im Stall sind ist der Vater vor allem wenn er dann die dicksten Hörner hat, nicht selten ein Problem. Er haben ja noch den Ur-Instinkt in sich und will seine Mädels verteidigen. Zwar ist ihm der Bauer keine richtige Konkurrenz, da er vor allem das Interesse eines Kälbchens hat, nämlich die Milch. Aber manchmal hat auch so ein Bulle einen schlechten Tag und wenn dann der Bauer oder der Lehrling im Weg ist, dann sollte er zusehen, dass er Land gewinnt. Das kann in einem Tiefstreustall ganz schön schwierig werden. Mit Gummistiefeln rennt es sich auf Mist nicht so schnell... und so ein Bulli, tja der kann schon mal Gas geben und dann tut es weh. Aber so richtig. Das Problem schaffen Boxenlaufställe auch nicht einfach aus dem Weg, da kann Mensch sich nur besser verstecken. So lange der Bulle aber kleiner ist als die größte Kuh, herrscht in der Regel Ruhe. Bei uns hat der Bulle Uri ein geruhsames Leben: ab und zu, wenn einer seiner Bräute der Sinn danach steht, bekommt er Besuch und die zwei vergügen sich. In der Herde mitzulaufen würde bei Uri warscheinlich schon nicht mehr gehen. Zu leicht hat er dann doch mal einen schlechten Tag und viel zu schnell hat man sich mal nicht umgeschaut und sein schlechter Tag wäre mein letzter. Wenn sie Uri also demnächst in seinem Stall besuchen, plauschen Sie gerne ein Weilchen mit ihm, es kommt nur ein zwei Mal im Monat eine seiner Trauten zu Besuch. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Sven ist er noch recht umgänglich und lässt sich mit einem Möhrchen kaufen.

 

Herzliche Grüße
Henning Jahn