Liebe Kunden,
in den letzten Wochen haben Sie viel über Klimawandel, künstliche Intelligenz, Maschinen und ähnlich nüchterne Themen lesen dürfen.

Vielleicht hatte der eine oder andere sogar Freude daran. Aber jetzt wird es Zeit mal wieder was für Herz zu schreiben. Tierbabys sind ja schon mal grundsätzlich niedlich und jedermann hat sie gern. Am allerniedlichsten sind...klarer Fall: Lämmlein. Sehe ich da ein entrüstetes "Nein, ich finde Ferkel viel süßer."? Kann schon sein, aber am niedlichsten sind Lämmer. Punkt, Basta, Schluss mit der Diskussion. Wenn Sie langsam genug Katzenvideos auf Youtube angeschaut haben, probieren Sie doch mal Lammvideos- na ist das nicht niedlich? NEIN? Dann hilft nur eins: Sie müssen auf den Hof kommen und unsere frisch geborenen Lämmer bewundern. Denn wahre Niedlichkeit ist stärker, wenn sie echt und mit allen Sinnen erlebt wird. Schon optisch ist es ja was anderes, ob man ein kleines Schaf sieht oder auf einem Bildschirm einen Film sieht, der zeigt wie einer ein Schaf aufgenommen hat. Mag das Mäh auch noch so blechern klingen, aus der Büchse erweicht es die Herzen nicht so wie da draußen. Der Duft von Schafen ist ja nicht so stark wie der von Ziegen und auch wenn Sie jetzt vielleicht sagen: "Ein Glück bekomme ich den bei den Lammvideos nicht mitgeliefert, da kann ich gerne drauf verzichten," finde ich, dass er dazugehört und wenn Sie die Kinder am Hof fragen, wird kaum eines sagen, dass Tiere stinken. Klar haben sie alle ihren charakteristischen Duft (auch die Kinder;), aber wenn Tierhaltung stinkt, dann kommt das von unvorteilhaften Haltungsumständen. Gülle z.B. stinkt, da wird kaum einer widersprechen, die gäbe es aber auch nicht, wenn wir das Vieh nicht einsperren würden. Auch Bisonherden von tausenden von Tieren haben die Indianer nicht durch ihren Geruch in die Flucht geschlagen. Ganzjährige Weidehaltung wird hier allerdings etwas schwierig, da im Winter so wenig wächst. Den Winter über nicht melken? Hm, wir haben uns ja schon so dran gewöhnt das ganze Jahr Milch und Joghurt, aber auch Obst, Fruchtgemüse, ja einfach alles zu haben, dass es einem fast unnatürlich vorkommen würde, auch mal auf Produkte zu verzichten, obwohl das eigentlich natürlich wäre. Ist aber nicht so niedlich. Nachdem wir nun die olfaktorischen Faktoren durchgekaut haben nähern wir uns dem Kauen und damit es hier auch niedlich bleibt, spreche ich natürlich nicht mehr von Lämmern, sondern von Obst. Auch wenn hier erst der Frühling durchstartet, ist in den Mittelmeerländern eindeutig schon Zeit, Melonen und Heidelbeeren zu ernten. Lassen Sie sie sich schmecken. Grade gestern sprach ich mit unserer Käserin, die sich nicht mehr für Kohl erwärmen kann, obwohl sie ihn eigentlich gerne isst. Jetzt steht ihr der Sinn nach Salat. Auch Sie sehen viel blattiges Gemüse in den nächsten Wochen auf sich zurollen. Nicht nur gesund und knackig frisch sondern auch vielfältig in der Zubereitung und den individuellen Präferenzen perfekt anzupassen: Der Ami mag's mit Thousand Island Dressing der Franzose mit Vinaigrette, in Bayern geht nichts über süßen Senf und hier im hohen Norden? Wie mögen Sie Ihren Salat am liebsten? Für meinen Geschmack muss da Sahne ran. Und für Ihren?

Für die Hofgemeinschaft
Henning Jahn