Liebe Kunden,
etwas frischer und feuchter als die letzten Jahre

haben wir das Hoffest dieses Jahr wieder als Höhepunkt unseres Hof-Jahres zelebriert, übrigens: der kleine Schauer war bestellt- des Regenbogens wegen.
Vielen Dank, dass Sie geholfen haben, es zu dem zu machen, was es sein soll: Eine Chance der Begegnung und des Austausches und natürlich eine Riesen-Fete. Gibt es das Wort noch? Feiert man heute noch Feten- sind das jetzt nicht alles Partys, oder bleibt ein Fest einfach ein Fest? Lässt man sich den etwas bieder anmutenden Begriff Fest mal auf der Zunge zergehen, erinnert das Wort doch an Festung und fest, was ja nicht gerade der Dynamik und Außergewöhnlichkeit einer Feier nahekommt. Etymologisch betrachtet, wird es noch unerwarteter: Fest und Feier wurzeln in dem lateinischen fanum, das Religiöse. Ist feiern frömmelnd? Nach Sigmund Freud hingegen ist ein Fest „ein gestatteter, vielmehr ein gebotener Exzess, ein... Durchbruch eines Verbotes. Nicht weil die Menschen infolge irgend einer Vorschrift froh gestimmt sind, begehen sie die Ausschreitungen, sondern der Exzess liegt im Wesen des Festes; die festliche Stimmung wird durch die Freigebung des sonst Verbotenen erzeugt.“ Dann haben wir ja zumindest aus Freuds Sicht alles richtig gemacht. Gefrömmelt wurde zwar nicht, aber betrachtet man das Religiöse nicht als langweilige instititutionelle Einrichtung, sondern als lebendige und voller Hingabe gelebte Verbindung mit dem göttlichen, so kommen wir der Sache ja schon wieder näher. Nicht Regeln und Regulierungen, sondern der spontane, liebevolle Austausch mit allem, was hier kreucht und fleucht, ist in meinen Augen echte Spiritualität. Das versuchen wir natürlich nicht nur beim Feiern, sondern auch in unserem Alltag zu leben. Natürlich möchte ich bei einem solch sensiblen Thema nicht ungefragt für andere sprechen. Jeder empfindet den Sinn des Lebens anders und einigen schnürt sich bei dem Begriff Religion alles zu, andere wiederum haben es vielleicht nicht so mit dem Exzess. Sie sehen schon, ich begebe mich auf dünnes Eis und hoffe natürlich, dass ich weder der Hofgemeinschaft noch Ihnen zu nahe trete mit meinen kurzen Einblicken in mein Hirn und Herz.
Anders gesagt, ich fand es toll, mit Ihnen zu feiern und in liebevollen Austausch zu treten. Jetzt geht es vielleicht etwas profaner weiter: Sie bekommen unsere Ware, wir Ihr Geld. Ich hoffe aber, dass Sie wahrnehmen, mit welcher Hingabe und Liebe wir unsere Produkte erzeugen. Es ist zumindest vom Wesen die gleiche mit der wir feiern. Wenn es Ihnen also schmeckt, Sie aber bisher noch nicht mit uns gefeiert haben, sollten Sie unbedingt nächstes Jahr zum Hoffest kommen oder sogar vorher schon eine der kleineren Veranstaltungen bei uns besuchen. Termine finden Sie auf unserer Homepage und natürlich im Kundenbrief.
Ich danke im Namen der Hofgemeinschaft ganz besonders allen Helfern, die mal wieder tolle Arbeit geleistet haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.
Henning Jahn