Liebe Kunden,

ab Juli werden 5-Korn- und Saatenbrot, wie auch schon Brötchen und Toast wieder mit Weizenmehl statt mit Dinkelmehl gebacken.

 

„Oh nein!!“, werden jetzt die Dinkelfreunde unter Ihnen rufen. Vor ungefähr einem Jahr war unser Getreidelager sehr zugunsten des Dinkels gefüllt, weswegen bei einigen Broten das Weizenmehl durch Dinkel ersetzt wurde. Jetzt ist es wieder andersherum. Letztendlich zeigt dies, dass wir versuchen, zum größten Teil unser eigenes Getreide zu verbacken - und Erntemengen bzw. andere Notwendigkeiten lassen sich eben nicht planen. Mit anderen Notwendigkeiten meine ich in diesem Fall unsere Feinmehlproduktion, die uns schon immer ein Dorn im Auge war und die wir jetzt erst einmal auf Eis gelegt haben. Jahrelang haben wir uns schon über eine schlechte und teure Feinmehlausbeute geärgert, die Hälfte wanderte als eine Mischung aus Kleie und Griess in den Kuhstall, soviel dass zumindest auch im Sommer unsere Kühe damit überfordert waren. Schuld ist eine sehr einfache, alte Siebtechnik und eine Mühle, die eigentlich gar nicht für die Feinmehlproduktion konzipiert wurde.

Nichtdestotrotz bleibt allen Dinkelfreunden der Schwabenlaib mit 30% Roggen und 70% Dinkel sowie das reine Dinkelbrot in drei Variationen (mit Sprossen, Sonnenblumenkernen oder mit Kürbiskernen) erhalten. Alle anderen dürfen sich auf mehr Vielfalt im Brotregal freuen, denn die Mischung Roggen und Weizenvollkorn, wie sie jetzt in Form des 5-Korn- und Saatenbrotes im Angebot ist, gab es in den letzten Monaten nicht.

Auch Weizenallergikern rate ich, sich einmal vorsichtig an unseren Weizen heranzutasten (im Freundeskreis haben wir dies schon mit positiven Ergebnis ausprobiert). Unser Weizen ist eine Mischung aus den beiden Sorten Achat und Erbglanz. Erbglanz ist eine sehr hoch wachsende, biologisch-dynamische Sorte mit wunderschönen goldgelb begrannten Ähren - und Achat eine uralte Sorte, die es gar nicht mehr auf dem Markt gibt und die durch jahrelangen Nachbau super an unsere Betriebsgegebenheiten angepasst ist. Also nichts von wegen „hochgezüchtet“ und was alles noch dem Weizen nachgesagt wird.

Wer es noch genauer wissen möchte bzw. noch mehr über unsere betrieblichen Zusammenhänge, also über Ackerbau, Müllerei und Bäckerei erfahren möchte, den lade ich herzlich zu unserer Führung „vom Korn zum Brot" am Samstag 06. Juli um 11:00 Uhr ein!

Viele Grüße,
Verena Hennig