Liebe Kunden,
oh wie schön ist Panama

- kennen Sie die Geschichte von Janosch, in der der kleine Bär und der kleine Tiger losziehen, um in dieses tolle Land zu gehen, wo alles urig ist und Bananen wachsen und die Dinge nicht so gerade und langweilig sind. Sie ziehen los und gehen immer nach links, so kommen sie nach einer Weile wieder zu Hause an und alles ist etwas zugewachsen und verwildert. Sie erkennen ihr Zuhause nicht und finden es dort wunderschön nach der strapazierenden Reise. Lassen sich nieder und obwohl schnell wieder im Trott, ist doch alles anders: sie sind endlich von der Alltagsmonotonie ins Abenteuer aufgebrochen und im sicheren Hafen gelandet. Dieses für Kinder geschriebene Buch stellt ein Phänomen dar, welches hier auf dem Hof wohl auch ein paar gerade erleben: Man ist müde und erschöpft und möchte gerne mal was anderes sehen, tun und erleben. Dann kommt ein inspirierender Moment, eine Eingebung und man weiß wohin es gehen soll. Panama zum Beispiel. Naja, wir Ökos sollten um unser Gesicht zu wahren vielleicht nicht so viele Transatlantikflüge buchen, daher geht's diesmal bei unserer Familie ohne Flug ins ferne Schweden, das Land in dem immer die Bananen blühen und Milchreis und Honig fließen. Oder so ähnlich. Sie sehen ich bin weder botanisch noch geographisch urlaubsreif und tue das ganze nur meinem Schwiegervater zuliebe. Die Arbeit erledigen, wie auch schon in den letzten Jahren, während meiner Abwesenheit zuverlässig meine Kolleginnen und Mitarbeiter. Ich schreibe nur diesen Kundenbrief und plane die Sortimente vorneweg. Ist es nicht toll, wenn man jemand hat, auf den man sich so verlassen kann? Ich finde das jedenfalls super. Ich freue mich auch, einen neuen Fahrer im Boot zu haben. Karl-Heinz hat letzte Woche angefangen sich einzuarbeiten und ist dann Springer für alle Touren. Er startet mit einer Hammer-Woche und arbeitet fast jeden Tag. Zum Glück steht ihm ein alter Hase, unser Tausendsassa Gerhard zur Seite. Der kennt tatsächlich jede Tour und fährt auch viele, aber irgendwann will selbst der eine Pause. Wie schon mal erwähnt, bin ich nicht erpicht darauf, selbst zu fahren, bzw. mangelt es da an Begabung und Fertigkeit; daher ist es umso erbaulicher ein Team zu haben, was einen trägt und bei dem man sich keine Sorgen machen muss, ob das alles hinhaut. Ich habe in den letzten Wochen auch immer mal wieder gepackt und erkenne so auch endlich Schwachpunkte bei unseren Abläufen und Ursachen von Schwierigkeiten, die ich jetzt auch angehe. Es dauert zwar immer etwas, bis sich das eingeruckelt hat, aber dann bringt es einen doch weiter. So ähnlich ist das ja auch mit einem Urlaub. Vorher plant man, packt, gerät vielleicht sogar in Stress, weil man feststellt, dass man etwas braucht und muss es noch in Eile besorgen. Man will den Kollegen ja auch keinen Sauhaufen hinterlassen, also bemüht man sich drum, den Schreibtisch leer zu hinterlassen und geht Dinge an, die schon länger auf der To-Do-Liste stehen. Dann beginnen die Strapazen der Reise, des Aklimatisierens, des Zusammenpackens und Umziehens, bis man am Ende endlich packen darf um ins vertraute Nest heimzukehren. Und obwohl das meiste so ist wie vorher, schaut man mit anderen Augen darauf und kann sich wieder mehr freuen an dem was ist, vielleicht hat man sogar ein paar Ideen, was man anders machen kann...
Für die Hofgemeinschaft
Henning Jahn