Liebe Kunden,
es ist soweit! Wir haben jetzt den nächsten Durchgang eines Zweinutzungshuhn in unseren neuen Hühnermobil eingestallt.

Die zwei Rassen „Coffee“ und „Cream“ (wer sie im Auslauf besucht, weiss warum sie so heißen), zeichnen sich dadurch aus, dass die Henne zum einen gut Eier legt und zum anderen der Hahn auch gut Fleisch ansetzt und somit nicht schon im Ei (In-Ovo-Selektion) oder sofort nach dem Schlupf getötet wird. Außerdem ist die Zucht in gemeinnütziger Hand, d.h. die Tiere stammen von der ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ), einem Zusammenschluss von Demeter und Bioland. Ein Grundsatz der ÖTZ ist, dass männliche Küken grundsätzlich mit aufgezogen werden. Sie müssen wissen, dass zu einer Henne immer ein Hahn gehört, denn aus 100 Eiern schlüpfen im Durchschnitt 50 männliche und 50 weibliche Tiere. Deshalb haben wir nun 120 Hennen und 120 Hähne eingestallt. Die Hähne sind genügsamer als Masthybride und werden bei uns mit hofeigenem Futter gefüttert, wie Ausputzgetreide, Kartoffeln, Molke, Gemüsereste. Sie benötigen nicht so energiereiches Futter wie ein Masthybrid, welches auch im Biobereich meistens nur acht Wochen alt wird und kaum Grün sieht. Bei uns werden die Hähne mindestens 16 Wochen alt und können im Auslauf die Welt erkunden. Das bedeutet aber auch, dass man das Fleisch mit dem eines Masthybriden nicht vergleichen kann, es ist etwas fester durch die viele Bewegung, aber dadurch auch geschmackvoller. Die Hähne kommen in den alten Feststall, wo Sie ihnen beim Wachsen zusehen können. Sie bleiben noch acht Wochen bei uns und ab November können Sie einen leckeren Brathahn zubereiten und probieren. Empfehlungen zur Zubereitung und Rezepte gibt es dann im Laden. Die Hennen wiederum zogen in das neue Hühnermobil ein, welches wir in Eigenleistung gebaut haben, aus größtenteils ökologischen Baustoffen und welches ich so gestaltet habe, das es die Demeter-Verordnung erfüllt und auch hoffentlich noch angenehmer für die Hennen ist und nebenbei auch noch für mich in der täglichen Arbeit besser funktionieren wird. Für mich gehören Eier und Hahn zusammen, wie Milch und Kalb. Das heißt für mich, dass Sie liebe Kunden, wenn Sie wöchentlich Eier bei uns kaufen, neben dem Suppenhuhn mindestens einmal im Jahr auch einen Brathahn bei uns kaufen sollten. Denn diese gibt es jetzt bei jeder neuen Hühnerherde mit dazu, diesen Fakt können wir nicht länger verdrängen.
Die In-Ovo-Selektion, also die Geschlechtsbestimmung im Ei, ist für manche Institutionen eine Alternative, für mich jedoch nicht. Denn das Töten wird hierbei nur vorverlagert. Die einzige Methode, die für viel Geld erforscht wurde und zur Zeit angewandt wird, lasert ein kleines Loch ins 9 Tage alte befruchtete Ei und anhand der entnommenen Flüssigkeit wird das Geschlecht bestimmt. Die männlichen „Eier“ werden aussortiert. Hier muss man wissen, dass eine Henne 21 Tage brütet, das Küken ab dem 18. Tag raus will aus dem Ei und demnach das Embryo am 9. Tag schon recht weit entwickelt ist. Die In-Ovo-Selektion ist zudem eine riesige Maschinerie, kostenintensiv und befindet sich in großer Konzernhand. Dies könnten sich kleine Bio-Brütereien nicht leisten und würden sich wieder in eine Abhängigkeit begeben. Der Demeter-Verband hat sich klar gegen die In-Ovo-Selektion ausgesprochen. Wie Sie sehen, ist das ein sehr umfangreiches Thema. Deshalb findet am 12. Oktober um 10 Uhr eine Hühnerführung statt! Da gibt es dann noch mehr Gelegenheit, alle offenen Fragen zu stellen und die Hähne zu sehen. Außerdem bieten wir am Freitag den 25. Oktober eine Informationsveranstaltung über die ÖTZBrüder und eine Verkostung im Hofladen an. Im November findet dann voraussichtlich eine Kochschule statt, mit leckeren Gerichten rund um den Hahn. Alle, die nicht warten wollen, können mich natürlich auch direkt ansprechen oder schauen schon mal bei www.Das-Oekohuhn.de und www.oekotierzucht.de nach.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Nikol