Liebe Kunden,
es ist Herbst, wir hatten sogar schon die erste Frostnacht.

Die Lagergemüse-Ernte ist in vollem Gange. Leider mussten wir die Kürbisse in diesem Jahr bei nicht ganz optimalen Bedingungen ernten. Gut für die Lagerfähigkeit ist es, wenn die Kürbisse bei Sonne und Wärme auf dem Feld abtrocknen können und die Schnittwunden am Stängel so schnell verheilen. Doch als die Kürbisse endlich reif waren, war leider kein „Goldener Herbst“ in Sicht. Bereits Nächte unter 10°C wirken sich negativ auf die Lagerfähigkeit der Kürbisse aus, so dass geerntet werden muss, sobald kalte Temperaturen drohen. Wir können nur hoffen, dass unsere Kürbisse dennoch noch einige Monate gut lagern, zumal die Ausbeute ohnehin durch die diesjährige Mäuseplage recht dezimiert war. Gerne möchte ich Ihnen an dieser Stelle nochmal einige Sorten vorstellen, vor allem natürlich die, die neu im Sortiment sind. Aus der Pflanzengattung Kürbisse (Cucurbita) bauen wir drei unterschiedliche Kürbisarten an, darunter jeweils eine Vielfalt an Sorten.
Die wohl bekannteste Kürbisart sind die Riesenkürbisse (C.maxima), zu denen auch der Hokkaidokürbis zählt. Sehr ähnlich wie der orangene Hokkaido (bei uns Sorte Fictor) und ebenfalls mit Schale zu verwenden sind der grüne Hokkaido (Blue Kuri), der etwas mürbere, würzige Blue Ballet, der cremig-milde Buttercup und der große, besonders aromatische Marina di Chioggia. Es lohnt sich die Vielfalt an Aromen und Konsistenz der verschiedenen Sorten auszuprobieren (z.B. ganz simpel und lecker als Kürbisspalten aus dem Ofen).
Zudem bauen wir einige Vertreter der Gartenkürbisse (C. pepo) an. Bekanntester Vertreter dieser Art ist die Zucchini, eigentlich ein unreif geernteter Kürbis. Zu den Gartenkürbissen gehört auch der Spaghetti-Kürbis, eine besonders bei Kindern beliebte Spezialität (z.B. erst ausgehöhlt und entkernt, das Fruchtfleisch vermischt mit vielen Kräutern, Gewürzen und Schmand und dann wieder in der Schale mit Käse überbacken). Außerdem haben wir in unserem Sortiment drei verschiedene ganz kleine und besonders süße Sorten: den dunkelgrün-schwarzen Tuffy, den weiß-grün-gestreiften Sweet Dumpling und neu den orangenen Jack be little. Aufgrund der geringen Größe bieten sich diese zum Füllen an, aufgrund der Süße zur Verwendung in Desserts, schmecken aber auch wunderbar als Ofenkürbis.
Aus der Art der Moschuskürbisse (C. moschata) kennen viele den Butternut – vielseitig verwendbar und aufgrund seiner Form mit der kernfreien Walze besonders angenehm zu verarbeiten. Beliebt ist zudem der große Muskat de Provence mit seinem leuchtend orangenen, wunderbar duftenden Fruchtfleisch und dem fruchtigen Geschmack. Nachteil ist nur seine Größe von ca. 5-15kg, weshalb er oft in Scheiben verkauft wird. Auf der Suche nach einer handlichen Alternative probieren wir immer wieder Sorten aus, einige kennen bereits den „kleinen Bruder“ Futsu Black. Neu im Sortiment sind Angelique, ein sehr kleiner, vielversprechender Muskat sowie Sweet Berry, der zwar nicht ganz so klein ist, aber ganz besonders süß sein soll.
Oft werden wir von Kunden gefragt, die Kürbisse aus selbst gewonnen Samen nachziehen, um welche Sorten es sich handelt. Das Problem ist, dass Kürbisse sich gerne kreuzen und somit dann meist nicht mehr sortenrein sind. Wenn es irgendwo im Umkreis Zier- oder Wildkürbisse gibt, besteht sogar die Gefahr, dass die selbst nachgebauten Kürbisse durch Kreuzung mit diesen den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin enthalten. Das können Sie jedoch ganz einfach testen, indem Sie ein Stückchen roh probieren. Wenn dieses nicht bitter schmeckt, können Sie den Kürbis bedenkenlos verzehren.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren der verschiedenen Kürbissorten. Wir freuen uns auch immer über Rückmeldung, welche Sorten Ihnen besonders zusagen oder über Anregungen.
Mit herbstlichen Grüßen aus Rothenhausen
für die Hofgemeinschaft
Jenni Ponsens