Liebe Kunden,
wir hatten für einige Monate eine Mitarbeiterin...

, die im nicht weit entfernten Thünen-Institut, einer Forschungseinrichtung für den ökologischen Landbau, an ihrer Masterarbeit schrieb. Zunächst war sie im Garten beschäftigt, dann ging es mit ihr in der Käserei weiter. Sie erhellte unseren Tag durch ihr freudiges Gemüt und ihre praktische zupackende Art.
Auf dem Hof führen wir ein Abschiedsbuch, in dem sich den Hof verlassende Mitarbeiter verewigen dürfen. Das hat Helen getan und ihren Beitrag beim Abschieds-Crime-Dinner auch verlesen. Ich war freudig berührt von dem Wortwitz und der Dichte der literarischen Komposition. Warscheinlich verstehe auch ich nicht jeden Insider, aber dieses Feuerwerk der Poesie kann ich Ihnen nicht vorenthalten, bietet es doch einen tiefen Einblick in das Herz des Hofes- die Menschen, die hier mitmachen...
Wenn Onkel Kasilibum den Lochblechklassiker pfeifend zwischen Quarkglastürmen geistert, die Gewächshauskurbel ausser Rand und Band grabegabelgrabengabelnd in der Kohl-Vielfalt über die Köpfe steigt, ist der Bruderhahnzirkus angereist. Sanft klatscht die Pflanzmaschine, laut poltert der Kuhfladen und Jätefäuste heben sich im Takt der Fiedler von Catan. Das Ehepaar Bert mit Herrn Walnuss und Gemahlin Camem herausgeputzt in feinstem Flaum; der tollkühne Ganterich in Begleitung der feurigen Bäuerin tratschen wild mit Madame Zitronengurke thünensche Kreise. Uhse stiftet zum Heuballentoben an. Es wimmelt und wuselt, huch und drüben dort, was sehe ich da? Gerald und die Punktprojektion in den Kreis zum Mittelpunkt der Unendlichkeit - höchst rare Gäste, ei wie schön. Eine kecke Herde Frankenleiber schunkeln zum Roggenroll. Und das Wildschwein ist lost in translation im Bliestorfer Forst und ruft das Taxi schnell - los nach Rothenhausen; Tomjanek der alte Seetangblueslandstreicher wippt dynamisierend ums Korn.
Morgen früh? Na alles von vorn.
Das ist nur eine von 1001 Geschichten, die ich während meiner Zeit hier beobachten und erleben konnte. Eine fulminante Zeit. Danke fürs Geschehen, dem Mittendrin & dem sich Wandelnden. Ein wahrlich schöner Ort. Tschö und auf freudigst bald
die Helen