Liebe Kunden,
es ist mal wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür!

Das Geschenke-Brainstorming ist in vollem Gange, das Festmahl will geplant werden, das Tafelsilber poliert…
Bei einer Sache können wir Ihnen behilflich sein. Und zwar ein Stück weit bei der Planung des Festmahls. Von der Option, Brathahn zu Weihnachten zu servieren, hörten Sie ja in den letzten Wochen bereits. Für alle, die noch über ein leckeres Gericht etwa für den zweiten Weihnachtsfeiertag grübeln, gibt es die Option, feines Kalbfleisch zu kredenzen.
Kühe bzw. Rinder sind – aufgrund ihres wertvollen Mistes - für die Fruchtbarkeit unserer Böden von immenser Wichtigkeit. Unter anderem daher und weil wir Milch- und Milchprodukte erzeugen möchten, halten wir Kühe. Diese bringen, um stetig Milch zu produzieren, regelmäßig ein Kalb zur Welt. Daher geht mit der Milchproduktion zwangsläufig auch die Erzeugung von Rindfleisch einher, denn nicht alle Kälber können in die Fußstapfen ihrer Mütter treten und Milchkühe werden. Es gibt die Bullenkälber, die auch mit noch so viel Zuwendung und Liebe niemals zu einer guten Milchkuh heranwachsen werden und zudem gibt es die überzähligen Kuhkälber. Überzählig deshalb, weil nicht alle der weiblichen Kälber behalten werden, denn wer eine gesunde und vitale Herde hat, würde seine Herde ständig vergrößern, wenn alle Kuhkälber als Nachzucht in die Herde kämen, aber dafür keine „Altkühe“ den Weg alles Irdischen gingen. Da kämen wir dann mit unseren Kapazitäten schnell an unsere Grenzen. Um die Verantwortung für unsere Tiere nicht an der Hofpforte abzugeben und mehr Rindern bis zu ihrer Schlachtung ein wesensgemäßes Leben unter unserer Fürsorge zu ermöglichen, haben wir uns vor ein paar Jahren dazu entschieden, regelmäßig Kälber zur Mast auf dem Hof zu behalten und unseren Kunden zu besonderen Anlässen Kalbfleisch und Kalbfleischprodukte anzubieten.
Das Fleisch unserer Kälber ist nicht so weiß, wie man es möglicherweise traditionell von Kalbfleisch kennt und erwartet, denn solch weißes Fleisch kann leider nur unter ungesunden, nicht wiederkäuergerechten Bedingungen – mit nahezu reiner Milchfütterung - ohne Gabe von eisenhaltigen Futtermitteln, wie Heu und Stroh erzeugt werden. Da es aber für die Ausbildung des komplexen Verdauungssytems von Wiederkäuern wichtig ist, dass sie strukturreiches Futter, wie z.B. Heu erhalten; und da das Spurenelement Eisen wichtig ist für die Gesundheit der Tiere, verzichten wir nicht zugunsten von möglichst weißem Fleisch auf eine artgemäße Versorgung unserer Kälbchen. Als Biobetrieb dürfen wir das sowieso nicht. Die Kälber - von denen Sie, liebe Kunden, also bald das feine roséfarbene Fleisch in unserem Hofladen vorfinden oder über den Lieferservice bestellen können - sind bei ihrer Schlachtung etwa 6 bis 8 Monate alt, haben ca. 4 Monate lang frische Vollmilch getrunken, haben zudem immer Zugang zu leckerem Heu und hochwertiger Silage, leben zusammen mit ihren Artgenossen im großzügigen und gemütlich mit Stroh eingestreuten Laufstall, verbringen den Sommer auf der Weide, werden vom Stallteam liebevoll gehegt und gepflegt und irgendwann werden sie von Menschen, die sie kennen, stressfrei zum Schlachter unseres Vertrauens gebracht. Dies ist genau das, was wir unseren Tieren bieten möchten, egal ob für eine Lebensdauer von 8 Monaten oder für viele Jahre…
Mit herzlichen Grüßen
Anna Jahn für die Hofgemeinschaft