Liebe Freunde und Kunden,

am Freitag den 13.

Dezember fand nachmittags bei uns in der Gemeinschaftsküche ein „Hähnchen-Kochkurs“ mit der Köchin Heidi Leonhard vom Bodensee statt. Trotz recht langer Vorankündigung waren wir am Ende „nur“ zu siebt – zwei Drittel der Teilnehmer vom Hof. Ich war erst etwas enttäuscht aufgrund der geringen Resonanz. War die Werbung doch zu wenig sichtbar? Ist die Vorweihnachtszeit doch zu voll? War der Zeitpunkt mit Freitagnachmittag falsch gewählt? Oder können einfach alle unsere Kunden Hähnchen zubereiten und brauchen keine weiteren Anregungen? Letztendlich kann ich aber sagen: alle, die nicht dabei waren, haben echt was verpasst - und mit denen die da waren, hat es unglaublich Spass gemacht!
Sinn des von der ÖTZ gGmbH unterstützten Kurses war es, die Verwertung der anfallenden Hähne zu unseren Zweinutzungs-Hennen etwas zu bewerben bzw. Ideen für leckere, einfache Gerichte zu liefern, damit sich am Ende jeder dem zu seinem Sonntagsei gehörenden Hahn auch gerne annimmt. Und obwohl kein Teilnehmer wirklich Küchenneuling war, gab es doch ein paar verblüffende Überraschungen und Details, die so nicht oder nicht mehr bekannt waren – könnte ich meine Oma noch fragen, hätte sie es bestimmt noch gewusst.
Ein Aha-Erlebnis war zum Beispiel die vorgarende Wirkung verschiedener Marinaden: ob Salzlake oder Buttermilch – nach ein bis zwei Tagen Ruhe in der Marinade im Kühlschrank löst sich die Haut sehr schön vom Fleisch, so dass sie beim Braten lecker kross wird. Außerdem nimmt das Fleisch Flüssigkeit auf die verhindert, dass zum Beispiel die Brust austrocknet, während die Schenkel noch am garen sind. Der Sparfuchs packt Hahn und Marinade in eine Tüte und drückt die Luft raus, so dass er mit sehr wenig Flüssigkeit auskommt. Schön war auch die Idee zur kompletten Verwertung der Tiere und „Küchenabfälle“: nachdem der Braten aufgegessen ist, kann aus der Karkasse und den Knochen sowie den Schalen des Beilagengemüses eine super leckere Brühe aufgesetzt werden. Diese wird dann entweder mit Nudeln verspeist, als Grundlage für Soßen oder zum Kochen von Grünkern verwendet - oder aber jahreszeitlich passend mit Ingwer, Zitronenschale und Thymianstengeln (die Blättchen waren schon auf dem Braten) zu einem feinen Süppchen veredelt. Und ganz nebenbei bekommen wir davon übrigens eine glatte, zarte, makellose Haut aufgrund des reichlich enthaltenen Kollagens.
Nach dem gemeinsamen Kochen wurde aufgetischt, genossen und über die deutsche Ernährungs(-un-)kultur diskutiert.
Mein Fazit des Kochkurses: Heidi, ihre Rezepte und ihre ganze Herangehensweise an das Thema Ernährung ist wunderbar erfrischend, undogmatisch und trotzdem konsequent. Alle wirkten am Ende glücklich, gesättigt auf mehreren Ebenen und zufrieden. Und die Veranstaltung ruft nach einer Wiederholung – vielleicht ja nächstes Jahr mit Ihnen!

Jetzt wünsch ich Ihnen erst mal eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit mit Ihrem Brathahn, kommen Sie gut ins neue Jahr!

Ihr Küchenbauer Philipp Hennig