Liebe Kunden,
heute möchte ich Ihnen von zwei für mich wegweisenden Ereignissen aus der letzten Woche berichten:


Am vorletzten Wochenende fand die alljährliche Wintertagung der bäuerlichen Gesellschaft (= Demeter im Norden) statt, wo ich und einige Menschen aus unserer Hofgemeinschaft teilnahmen. Es war für mich ein Moment des Innehaltens, um sich zu Beginn des Jahres einmal zu besinnen und aus diesem Impuls Bilder für die nähere und entferntere Zukunft zu entwickeln. Die Wintertagung ist ein Ort der besonderen Begegnungen und war für mich – durch die gute Atmosphäre und all die unterschiedlichen Menschen, die sich auf der Tagung zusammenfinden – sehr inspirierend.
Das Thema der Tagung lautete „Schöpfung aus dem NICHTS“ und handelte von den Herausforderungen unserer Zeit. Wollen wir diesen begegnen, begegnen wir uns selbst und jeder Einzelne ist gefordert seine Gewohnheiten zu überdenken und – wo nötig – grundlegend zu verändern. Und das lieber JETZT als gleich.
Eine der Referentinnen sagte so schön: „Wir alle haben eine Verabredung mit der Zukunft, die ICH nur JETZT gestalten kann... Wer die Welt verändern will, verändert parallel auch sich. Die Tür geht nach innen auf! Das ICH nimmt eine neue Rolle im WIR ein.“ Was haben also die Feuer in Australien mit MIR persönlich zu tun? Was kann ICH als Teil einer großen Kraft tun, um „das Gras wieder aufzurichten“?
In diesem Sinne wünsche ich mir, unerwünschten Ereignissen zukünftig nicht „nur“ reaktiv zu begegnen, sondern zu anzustreben schöpferisch an die Quellen des Problems zu gelangen. Dabei erscheinen mir persönliche und soziale Kompetenzen wie Interesse, Offenheit, Empathie, Bewusstheit, Vertrauen und womöglich auch die vertikale Anbindung an tiefere, geistige Quellen von großer Bedeutung. So kann man vom Wollen des Einzelnen hoffentlich ins Machen aller kommen…
Und damit schlage ich direkt eine Brücke zur nächsten bedeutenden Veranstaltung der Woche: Am vergangenen Samstag trafen sich 27000 offene, interessierte und herausgeforderte Menschen zur 10. Wir haben es satt-Demo in Berlin, um JETZT ihre Stimme zu erheben und sich – die Verabredung mit der Zukunft im Bewusstsein – stark zu machen für eine zukunftsfähige Politik. Eine Politik, die die Agrarwende anpackt, weil sie erkennt, dass wir uns gerade mit rasanter Geschwindigkeit dem oben bereits erwähnten NICHTS nähern (wenn wir nicht sogar bereits dort angekommen sind!?). Eine Politik, die die Erkenntnisse des kürzlich veröffentlichten, aktuellen UNEP Emission Gap Report (https://www.unenvironment.org/resources/emissions-gap-report-2019) ernst nimmt und es für unabdingbar ansieht, das 1,5 Grad-Klimaziel einzuhalten. Eine der wichtigsten Stellschrauben scheint dabei die Lebensmittelversorgungskette (inklusive Landwirtschaft) zu sein, da ein Löwenanteil der Treibhausgasemissionen hier entsteht. Ich persönlich finde, dass wir das hochwirksame Potential der biologischen, bäuerlichen Landwirtschaft unbedingt zur Entschärfung der Klimakrise einsetzen sollten.
Dafür gingen unter anderem auch ich und meine beiden Kinder am vergangenen Wochenende in Berlin auf die Straße und waren sehr beeindruckt von der Kraft und Energie, die von all den Individuen ausging, die mit dabei waren und im HIER und JETZT versuchen durch ihren Einsatz - für eine Landwirtschaft, die dem Klima, der Umwelt und der Artenvielfalt gut tut und das Tierwohl nicht aus den Augen verliert - einen Grundstein für eine „enkeltaugliche“ Zukunft zu legen. Eine Aussage, die bei der Eröffnungsansprache am Brandenburger Tor gefallen ist und die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen hat, war: „Wir brauchen MEHR HIRN PRO HEKTAR als Basf, Bayer u.ä. zu bieten haben!“
Mit herzlichen Grüßen und auf eine gute Zukunft
Für die Hofgemeinschaft Anna Jahn