Liebe Kunden,
ist das der Klimawandel, ein Orkan oder schon der Frühling?

Für die frühen Blumen fühlt es sich wohl nach Frühling an. Auch wenn wir noch frieren, wenn es rausgeht, strecken Krokus, Märzenbecher und Schneeglöckchen ja schon die Köpfe aus der Erde und bringen Farbe in unser Leben. Die Farbe ist zwar gut für's Gemüt, die hohe Temperatur birgt aber auch das Risiko der verfrühten Obstblüte. Dann kann ein Temperatureinbruch die zarten Blüten empfindlich treffen. Bisher führen die warmen, hellen Tage dazu, dass das Gemüse im Gewächshaus eifrig wächst - und auch wenn es derzeit ausschließlich Schnittsalate sind, bereichern sie doch unsere Teller um erntefrisches Gemüse. Auch wenn diese uns nicht wesentlich mit Makronährstoffen, also Eiweiß, Kohlehydraten und Fett versorgen, von denen wir größere Mengen brauchen, sind in ihnen viele Vitalstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe, Enzyme enthalten, ohne die wir zwar nicht gleich verhungern, die aber zu unserer Gesundheit beitragen. Betrachtet man ausschließlich diese, ist Gemüse dem Obst in vielerlei Hinsicht weit überlegen. So enthält Rosenkohl doppelt so viel Vitamin C wie Obst-Spitzenreiter (wenn man von Exoten absieht) Zitrone. Auch die Vielfalt der enthaltenen Vitalstoffe ist beim Gemüse viel höher. Das liegt natürlich auch daran, dass das Gemüse aus viel mehr unterschiedlichen Familien kommt und unterschiedliche Pflanzenteile verwendet werden. Beim Obst essen wir ja fast ausschließlich die Frucht, während beim Gemüse mal die Wurzel oder Speicherknolle, mal der Stiel, das Blatt, die Knospe, selten die Blüte oder aber natürlich auch die Frucht gegessen wird. Zum Glück befinden wir uns nicht in einem Wettbewerb, wer mehr Inhaltsstoffe liefert. Sonst hätte natürlich der Ackerbauer die Nase ganz weit vorn. Das Korn ist es, was uns satt macht! (apropos - kommende Woche nicht, die Backstube macht Pause) doch nicht nur wir, sondern auch unsere Tiere bekommen Getreide zu fressen. Sie können Eiweiße und Fette liefern, wo sich die Pflanzen eher schwertun, also geht es um den richtigen Mix von tierischem und pflanzlichem, wenn man sich gesund ernähren will. In den Medien wird in der letzten Zeit zu Recht immer wieder darauf hingewiesen, dass bei der Erzeugung von Nährstoffen über das Tier viel verloren geht, also ein größerer ökologischer Fußabdruck erzeugt wird. Wir achten auf Ausgewogenheit und Angemessenheit. Wo möglich verfütterten wir Ausputzgetreide, was bei der Reinigung vor dem Vermahlen für die Backstube anfällt aber auch Gerste und Hafer. Hauptsächlich wird der Nährstoffbedarf unserer Kühe aber durch die Silage und das Heu von unseren Weiden gedeckt. Hühner, die etwas anspruchsvoller sind, bekommen neben Weizen auch Buchweizen und dieses Jahr zum ersten Mal testweise Hirse; sie verwerten einen wesentlich höheren Anteil als die Kühe. Das liegt zum einen daran, dass sie nicht so viele Mikroben in den Mägen haben wie Wiederkäuer, zum anderen an ihrer relativ kurzen Aufwuchszeit. Während eine Kuh das erste Kalb und damit Milch hat, vergehen von ihrer Geburt meist etwa 3 Jahre. Hühner beginnen mit etwa 18 Wochen zu legen. Das sollte jetzt auch bei uns bald der Fall sein: die neuen Damen sind da und gackern schon munter vor sich hin. Dann bekommen auch Sie wieder Eier aus eigener Erzeugung, solange müssen Sie noch mit den Zukauf-Eiern unseres Partnerbauern Wiese vorlieb nehmen, der in meinen Augen auch tolle Arbeit mit dem Federvieh leistet und mittlerweile auch einen Bestand an Doppelnutzungshühnern hat.
Herzliche Grüße - für die Hofgemeinschaft Ihr Henning Jahn