Liebe Kunden und Freunde des Hofes,
auch wir müssen „aufrüsten“ und Sicherheitspersonal beschäftigen.

Doch keine Angst: es betrifft Sie nicht unmittelbar, es geht um unsere Hühner. Jetzt wo sie auf der neuen Sommerweide stehen und nicht mehr so hofnah, müssen wir die Hühner „bewachen“ lassen, da an dem neuen Standort der Habicht sehr aktiv ist und wir am Ende des Sommers auch noch Eier verkaufen wollen. Bei dem jetzigen Mindestlohn in der Landwirtschaft wären menschliche Bewacher einfach zu teuer, deswegen holen wir uns Puten als „Frühwarnsystem“ und Aufpasser. Ich verspreche mir durch die hohe Wachsamkeit und die körperliche Präsenz eine gute Abschreckung und somit ein ruhigeres Leben für die Hühner.
Natürlich brauchen die Puten auch eine Unterkunft, deswegen habe ich noch schnell zwei kleine mobile Putenställe gebaut, die Erfahrungen mit dem selbstgebauten Hühnermobil halfen da schon ganz gut weiter. Wenn Sie die Hühnerausläufe nun besuchen, wundern Sie sich also nicht über die vielen Wagen, die im Auslauf herumstehen; alle haben einen Zweck.
Putenhaltung ist auch ein ganz neues spannendes Themengebiet und ich muss auf diesem noch meine Erfahrungen sammeln. Auf anderen Höfen klappt das „Bewachen“ mit Puten ganz gut.
Vielleicht freut sich jetzt der eine oder die andere auch schon auf Putenfleisch vom Hof. Da muss ich Sie aber erst einmal enttäuschen. Die Puten sollen als „Aufpasser“ sowie zur Ergänzung unserer Vielfalt gehalten werden und wenn sie sich gut machen, haben sie auch ein langes Leben bei uns.
Was ich noch gar nicht erwähnte: es sind sieben 16 Wochen alte Kelly Puten. Diese habe ich von einer demeter-Aufzüchterin aus dem Wendland geholt. Herrlich sehen sie aus: schwarz und leicht grün schimmernd ist das Gefieder und richtig - sie sind groß. Unsere Hühner sind schon ganz gespannt und erkunden langsam den neuen Stall und die neuen Geräusche die aus ihm kommen.
Unsere Hühner genießen momentan die sonnigen und milden Temperaturen mit ausgiebigstem Sonnenbaden und Futtersuchen in ihrem Auslauf. Ich will mir gar nicht vorstellen, dass all die Legehennen in den Käfigbatterien darum gebracht werden, die Sonne zu genießen bzw. sie nicht einmal im Leben zu sehen bekommen. Sicherlich ist es ein größerer Aufwand, jede Woche ein neues Stück Weide einzuzäunen, die Mobilställe umzusetzen und jeden Tag mehrmals rauszufahren zum Eierholen und Kontrollieren, ich mache diese Arbeit aber gerne.
Dazu kommt ja auch, dass wir uns seit Herbst 2019 entschieden haben, zu jeder Henne den dazugehörenden Hahn mit aufzuziehen. Die Hähne vom letzten Herbst sind mittlerweile auch schon alle verkauft, was mich sehr freut. Es gibt aber seit diesem Frühjahr wieder neue Hähne, die auf ihre Abholung im Hofladen, bzw. Bestellung im Lieferservice warten.
Frohe Ostern wünscht Sebastian Nikol