Liebe Kunden,
nachdem ich vor nunmehr über einem Jahr aus verschiedenen privaten und betrieblichen Gründen die Arbeit mit meinen kugelrunden, milchspendenden Herzdamen aufgegeben habe,

kümmere ich mich weiterhin – wie Sie bestimmt schon im einen oder anderen meiner Kundenbriefe über Kalbfleisch gelesen haben – um die Vermarktung unseres Rindfleisches. Dazu kam ich vor einiger Zeit gefühlt wie die Jungfrau zum Kinde und freue mich daher immer wieder wie Bolle über die Entdeckung neuer, mir unbekannter Fleischprodukte. So habe ich bei der letzten Kälberschlachtung die Semmerrolle kennengelernt; ein hochwertiges Teilstück aus der Keule, aus dem wir wunderschöne Medaillon-Steaks für Sie geschnitten haben. Davon war ich tatsächlich unheimlich begeistert! Aber das nur am Rande…
Neben der erwähnten Fleischvermarktung habe ich seit wenigen Monaten die Ehre, die Milchverarbeitung näher kennenzulernen und als positiven Nebeneffekt unsere Käserin Karo etwas zu entlasten. An der Arbeit in der Käserei hatte ich schon seit längerem ein heimliches Interesse, wollte ich doch gerne live erleben, was genau mit der erzeugten Milch geschieht, doch die Produktionszeiten der Molkereiprodukte standen immer in zeitlicher Konkurrenz zu den Arbeitszeiten im Stall.
Nun komme ich also mehrmals die Woche in den Genuss, mich in der Hofkäserei nützlich zu machen und bin bereits in der Lage ganz alleine Joghurt, Quark, Dickmilch und Schnittkäse herzustellen. Das erfüllt mich ein kleines bisschen mit Stolz und auf einmal bin ich außerdem ganz angetan von unserer prickeligen Dickmilch, der ich vorher – ehrlich gesagt – nicht viel abgewinnen konnte. Mittlerweile steht zum Frühstück täglich frisches Obst mit Dickmilch und Walnüssen auf meinem Speiseplan und bietet einen prima Start in den Tag.
Was ich – glaube ich – eigentlich sagen möchte, ist, dass auch in der Rothenhausener Landidylle nicht immer alles wie geschmiert läuft (außer vielleicht bei der täglichen Pflege unserer Käse ;)) und dass auch wir an persönlichen und sozialen Themen zu knabbern haben, die dann und wann ein Umdenken nötig machen. Da muss man dann dynamisch reagieren und sich möglichst geschmeidig (wie die Konsistenz unseres beliebten Schnittkäses „Jungbauer“) auf die Suche nach neuen Möglichkeiten und Wegen begeben.
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und geschmeidig!
Für die Hofgemeinschaft Anna Jahn