Liebe Kunden,
einen ersten schriftlichen Nachweis für folgendes Sprachspiel kann man der Zeit um 1900 zuordnen.

Bis zum heutigen Tage wurde dieses Gedicht vielfach verändert und ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit. So ist es auch bei mir...

Dunkel war´s der Mond schien helle

Dunkel war's, der Mond schien helle, schneebedeckt die grüne Flur,
Als ein Auto blitzesschnelle, langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschossner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes Schweigen, und mit fürchterlichem Krach
Spielen in des Grases Zweigen zwei Kamele lautlos Schach.
Und auf einer roten Bank, die blau angestrichen war
Saß ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm 'ne alte Schachtel, zählte kaum erst sechzehn Jahr,
Und sie aß ein Butterbrot, das mit Schmalz bestrichen war.
Oben auf dem Apfelbaume, der sehr süße Birnen trug,
Hing des Frühlings letzte Pflaume und an Nüssen noch genug.
Von der regennassen Straße wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze mächtig an den Ohren fror.
Beide Hände in den Taschen, hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen, wie nach Veilchen roch die Kuh.
Und zwei Fische liefen munter durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter und der graue Tag erschien.
(Verfasser unbekannt)

Diese Art der paradoxen Lyrik spiegelt sehr treffend mein momentanes Befinden. Ich habe lange überlegt was ich Ihnen diese Woche mitteilen möchte und so ist es nun geendet.
Viel Sonne doch leider kein Regen. Viel Zeit doch das Hofcafé ist geschlossen. Eltern als Lehrer. Mimik verdeckt durch Mundschutz. Mindestabstand zwischen sozialen Wesen ….
Komische Zeiten, kommen sie gut durch.
Liebste Grüße und etwas Erheiterung
für die Hofgemeinschaft
Hanna Dörschug