Liebe Kunden,
bei der Umfrage, die unsere ehemalige Auszubildende Johanna Ende letzten Jahres zum Thema personalisierte Fleischvermarktung gemacht hat, äußerten einige von Ihnen den Wunsch mehr über die Schlachtung unserer Tiere zu erfahren.


Darauf möchte ich gerne eingehen und berichte Ihnen nun beispielhaft vom letzten Weg unserer Rinder (Kühe, Ochsen, Färsen, Kälber). Auch unsere Schafe lassen wir beim gleichen Metzger schlachten, der seinerseits selbst Schafzüchter ist und eine besondere Leidenschaft für diese Tiere hat. Einmal erzählte er mir bei einem Plausch, dass er – wenn er mal schlecht gelaunt ist – flott die paar Meter über den Hof zum Schafstall geht und einen Moment bei seinen Schäfchen verbringt und die Atmosphäre dort genießt, dann sei die Welt wieder in Ordnung.
Aber nun zurück zu den Rindern: Da diese – wie Sie bestimmt bereits wissen – hier bei uns praktischerweise halfterführig sind, wird das Rind der Wahl von unseren Stallbauern ohne große Schwierigkeiten auf den Anhänger gebracht, dort fachmännisch angebunden und tritt – chauffiert von einem der Menschen aus der Hofgemeinschaft – seine Reise nach Todesfelde an. Treffenderweise heißt der gut 40 km entfernte Ort, indem sich der Schlachter unseres Vertrauens befindet, tatsächlich Todesfelde. Da es gar nicht so einfach ist einen passenden handwerklichen Metzger mit Bio-Zulassung in der nahen Umgebung zu finden, sind wir mit unseren Tieren eine kleine Weile unterwegs bis wir den Ort des Geschehens erreicht haben. Dort angekommen, geht das Tier vom Hänger direkt in eine Box, von wo aus es nach der Lebendbeschau durch einen Tierarzt in die Schlachträumlichkeiten gelangt.
Für Fleischermeister Andreas Pirdzuhn hat es höchste Priorität, Fleisch und Fleischwaren in bestmöglicher Qualität abzuliefern und das funktioniert nur, wenn einerseits die Landwirte gute Arbeit bei der Haltung, Fütterung und Rassewahl geleistet haben und andererseits die Schlachtung stressfrei und ruhig verläuft.
Neben der Schlachtung findet bei der Landschlachterei Pirdzuhn außerdem das Zerlegen der Tiere statt. Und auch die Würste und der Schinken werden im Hause Pirdzuhn selber hergestellt. Hier kommt alles aus einer Hand und definitiv nicht von der Stange, sondern wird handwerklich nach Kundenwünschen erledigt.
Generell haben Andreas und sein Team keinerlei Berührungsängste im Kontakt mit ihren landwirtschaftlichen Kunden und sind offen dafür, sich von uns bei sämtlichen Schritten über die Schulter schauen zu lassen. So habe ich mir mir alle Schritte im Schlachtablauf – von der Anlieferung bis zum Zerlegen - bereits eingehend angeschaut. Nachdem das Rind geschlachtet wurde, hängt es ausgenommen, gehäutet und in Hälften zerteilt erst mal 12 Tage lang in einem großen Kühlraum ab und wird dann zerlegt. Beim Zerlegen bin ich jedes Mal dabei und kann so ganz prima direkt mit dem Meister persönlich darüber in Austausch gehen, was ich gerne hätte, was möglich ist und was nicht... Das hängt ja immer ganz maßgeblich vom Schlachtgewicht und der Fleischausbeute beim jeweiligen Tier ab. Diese Möglichkeit bei diesem Arbeitsschritt dabei zu sein und spontan mitzuentscheiden, kommt mir sehr entgegen und führt zu einer guten und entspannten Zusammenarbeit.
Nun, da alle Beteiligten so entspannt sind, kommt am Ende bestimmt feines Fleisch dabei heraus...
Es grüßt Sie herzlich für die Hofgemeinschaft
Anna Jahn