Liebe Kunden,
auf Philipp dem Ackerbauern lastet ein Pflug

- der musste sein. Sollten Sie doch eigentlich heute von ihm mit einem Kundenbrief beglückt werden, kam so manches dazwischen: Der von den letzten trockenen Jahren stark in Mitleidenschaft gezogene Boden, ist wie Staub. Bei der kleinsten Bodenbewegung, bzw. -bearbeitung gehen soviele wertvolle Schluff-Teilchen verloren, dass Philipp nicht guten Gewissens pflügen konnte. In 3 km Entfernung gab es kürzlich wohl einen starken Regen und vielleicht kamen Sie ja auch in den Genuss einer Abkühlung. Auf Gut Rothenhausen kam jedenfalls zu wenig Wasser von oben, um dem Boden und den Pflanzen das zu geben, was benötigt wird, um weiter zu machen mit der Stoppelbearbeitung und eben dem Pflügen und der Saatbettbereitung für die Winterungen wie Weizen, Roggen und Wintergerste. Auch um Kartoffeln zu roden, könnten wir noch den einen oder anderen Guss vertragen, wenn wir nicht unsere guten Böden in der ganze Nachbarschaft verteilen wollen. Immerhin kamen heute ein paar Tropfen, sodass Philipp jetzt endlich Pflügen kann, nachdem er die ganze Nacht in einem turbulenten Großeinsatz in der Nachbarschaft bei der Löschung eines Hausbrades beschäftigt war.
Da lob ich mir doch ein gepflegtes Stündchen am Computer, um Sie mit den Abenteuern unseres Hofes zu füttern. Denn auch der Geist will ja Nahrung. Immerhin kann ich aber auch mal wieder was aus der landwirtschaftlichen Perspektive berichten. Es hat was mit Wespen zu tun, vielleicht erinnern Sie sich...
Dieses Jahr ist es noch krasser als die letzten: Überall auf den Obstwiesen stößt man auf Höhlen von Erdwespen. Zwetschgen, Birnen und Äpfel sind nicht mehr sicher. So habe ich heute die köstliche Williams-Birne geerntet und auch einen recht frühen Apfel: der Ruhm von Kirchwerder ist eine alte regionale Sorte. Dieser eine greise Baum auf der Hofweide überrascht immer wieder: man traut ihm gar nicht zu überhaupt noch Früchte zu tragen, sein Stamm ist warscheinlich von Kollisionen mit Landmaschinen arg im Mitleidenschaft gezogen, nichtsdestotrotz liefert er alle zwei Jahre einen Zentner aromatische Äpfel. Ich habe ihn gern. Fast das gleiche kann ich von Willi sagen, nur dass sie diese Menge an Birnen springen lässt. Es könnten auch noch mehr sein, aber sie schmecken den Wespen und Hornissen einfach zu gut. Und obwohl dieses Jahr schon einige Menschen in meinem Umfeld gestochen wurden, muss ich immerwieder feststellen wie friedfertig die kleinen Burschen sind, wenn sie sich grade den Wanst vollschlagen. Ich hatte heute versehentlich so viele samt ihrem Apfel in der Hand, von dort aus fielen mir auch einige in den Schuh aber keine hat mir ein Leid getan. So langsam weicht meine Angst vor ihnen, vielleicht habe ich sie in ein paar Jahren sogar gern...
Jetzt noch eine kleine Erinnerung: am Samstag 29.8.2020 11-15h findet unter Wahrung der Abstandregeln und im Freien unser Flohmarkt Trödelglück statt.
Wir freuen uns auf Sie
Henning Jahn für die Hofgemeinschaft