Liebe Kunden,

in den letzten Tagen konnten wir erste einzelne Früchte der „Andenbeere“ ernten.

Eine für uns ganz besondere Kultur. Allgemein bekannter sind die kleinen, gelb-orangen und kugeligen Früchte meist unter dem Namen „Physalis“ oder auch „Kapstachelbeere“. Der Name Physalis bezeichnet streng genommen den Gattungsnamen. Unter diese Gattung fallen auch weitere bekannte Vertreter wie die Erdkirsche, Blasenkirsche oder auch die Tomatillo. Letztere ist vor allen Freunden der mexikanischen Küche bekannt.
Aber zurück zur Andenbeere: ihre Heimat hat sie, wie der Name verrät, in der Andenregion - in Peru und Chile. Wie auch die Tomate gehört die Andenbeere zur Familie der Nachtschattengewächse, dieser ähnelt sie auch hinsichtlich Pflege und Pflanzung.
Die Andenbeere ist eine starkwüchsige Staude. Zwar ist sie mehrjährig, wird bei uns aber einjährig kultiviert, da wir sie im Freiland anbauen und sie nicht frosthart ist. Die Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden. Ihre Blätter sind herzförmig und wie ihre Stängel weich und leicht behaart. Die Blüten der Beere sind gelb mit schwarzen Flecken. Die leuchtenden Früchte finden sich am Strauch in lampionartigen Hüllen, die zuerst grün sind, im reifen Zustand gelbbraun werden und danach vertrocknen und sich hellbraun verfärben.
Physalis im Handel stammen in aller Regel aus Südamerika – aber der heimische Anbau gelingt auch sehr gut im Garten oder in einem Kübel an einem sonnigen Standort!
Physalis sind sehr wärmebedürftig, daher bildet die Pflanze ihre Früchte am besten an einem warmen, vollsonnigen Standort und in lockerem und nährstoffreichem Boden, der sich leicht erwärmt, aus. Gibt es bereits früh im Jahr Nachtfröste, besteht die Gefahr, dass sie kaum Früchte ausbildet. Die Andenbeere wächst auch wunderbar im Kübel, muss dann allerdings im Haus überwintern. Der Nachteil beim Anbau in einem Gewächshaus ist, dass die Pflanze dann zwar reichlich Blattmasse bildet, aber nur wenig Früchte. Zudem schmecken sie weniger süß und aromatisch als die im Freiland kultivierten Vertreter.
Physalis werden eigentlich über eine lange Ernteperiode nach und nach reif. Bei uns ist die Erntezeit allerdings leider nur kurz, da sie erst im September beginnt und dann im Herbst mit den ersten Frösten schon endet, obwohl die Sträucher noch voller grüner Beeren hängen. Nur vollreife Beeren, deren Hülle sich schon braun verfärbt hat, schmecken richtig gut! Sie werden regelmäßig von Hand bzw. einzeln mit Scheren vom Strauch geschnitten.
Die bei uns angebaute Sorte nennt sich „Schönbrunner Gold“, sie ist eine besonders großfrüchtige Auslese der wilden Andenbeere. Die etwa kirschgroßen goldgelben Beeren haben einen köstlichen Geschmack, der ein wenig an Kiwi und Stachelbeeren erinnert und sich mit den besten Tropenfrüchten messen kann, was das exotische Aroma angeht.
Die orange Farbe der vollreifen Beeren legt es nahe: Physalis sind besonders reich an Karotin. Die relativ gute Lagerfähigkeit der Beere liegt vor allem auch an den hohen Gehalten an Vitamin C und Vitamin E. Auch ist die Beere reich an sogenannten antioxidativen Substanzen.
Physalis können Sie roh essen, einfrieren oder auch trocknen. Außerdem schmecken die Früchte gut als Marmelade, Likör oder in einem bunten Obstsalat.
Also kurzum: eine spannende, exotische Kultur, die nicht zuletzt wunderschöne, gesunde Beeren hervorbringt.

Herzliche Grüße
für die Hofgemeinschaft
Ralph Seckler